
Frauenkreis – Seelenabend – Blütezeit




Muttertag. Ob das nun ein Feiertag ist oder nicht, darüber mag jeder seine eigene Meinung haben. Aber einig werden sich alle sein, dass er im Mai liegt, nicht im November. Oder doch?
Was ist denn der Muttertag für dich, was könnte er sein? Und: ist nicht jeden Tag Muttertag?
Tagein, tagaus leisten wir Mütter unsere Arbeit, sind da, bemuttern, erledigen was zu tun ist. Und es ist egal, was für ein Tag ist, es ist zweifelsohne immer schön, für diese Selbstverständlichkeiten ein kleines Dankeschön zu hören, einen nassen Kinderkuss zu bekommen, ein liebevoll gekritzeltes Bild oder einen halb zerdrückten Blumenstrauß. Immer wieder ein „Danke, liebe Mutter! Ich habe dich auch so lieb!“ Da ist es doch egal, ob Mittwoch oder Sonntag ist, November oder Mai. Wir freuen uns wie jeder andere auch über die Anerkennung unseres Tuns, über Tage, an denen das Leben leuchtet, über kleine Überraschungsfreuden oder ruhige Mußestunden, die uns geschenkt werden. Muttertag.
Aber wann haben wir uns das letzte Mal bei unserer Mutter bedankt, gleich auf welche Art?Liebevoll an sie gedacht und ihr einen kleinen Gruß geschickt?
Nein, der November ist kein traditioneller Muttertagsmonat. Wie die Art dieses Nebelmondes es mitbringt, wird gemeinsam feierlich der Verstorbenen gedacht, begehen wir Totensonntag und Allerheiligen. Gedenken derer, die zu früherer Zeit von uns gegangen sind, die Krieg und Wirren durchlebt haben und manches Mal nicht überlebt. Und ich meine: auch hier ist Raum für einen Muttertag der etwas anderen Art.


Mein Räuberkleid.
Eigentlich ja Ireneskleid von LotteundLudwig. Eigentlich auch mir geschenkt, zumindest der Stoff. Und dennoch Räuberkleid – denn die Zeit zum Nähen musste ich mir in den vergangenen Wochen wirklich zusammenklauen. Es gibt immer mehr als genug zu tun, wenn man kleine Kinder und einen Garten hat. Gerade jetzt, wo neben dem normalen Alltag noch Sauerkraut machen, Kartoffeln ernten, Himbeermarmelade kochen, Apfelsaft pressen, … anstanden. Habe ich gemacht, mit Hilfe. Und abends, nachts, wenn die Kinder schliefen und ich selber müde war, habe ich genäht, zumindest manchmal.
Daher Räuberkleid, denn ich habe mir die Zeit dazu wirklich selber geraubt. Mir Schlaf geklaut, Raubbau betrieben. So wie es vermutlich viele Mütter täglich tun, um sich neben dem Alltag etwas Schönem in Ruhe zu widmen.
Ist das nun gut oder nicht? Der Seele tut es unheimlich gut und ich freue mich gerade riesig über dies schöne herbstliche Kleid. Es wird gewiss auch nicht das einzige Irenekleid in meinem Schrank bleiben, neuer Stoff und kleine Änderungsideen liegen schon bereit. Aber dass ich dafür rauben musste, das sollte eigentlich nicht sein, denke ich. Und ich hoffe, wünsche mir, dass ich das beim nächsten Kleid anders machen kann. Damit dann kein zweites Räuberkleid einzieht, sondern das einer Königin. 😉




Arbeiten gibt es in einem Mutteralltag ja solche und solche. Welche, die man mag, welche die man halt macht und die, die man nicht mag und daher eigentlich auch nicht macht, wenn es sich umgehen lässt. In die dritte Kategorie zählt bei mir neben Fensterputzen eigentlich nur Flickwäsche – das habe ich in den letzten vier Jahren soweit ich weiß nur ein Mal gemacht. Entsprechend groß ist der wartende Berg…
Ich habe beschlossen, nur die Dinge zu flicken, die sich wirklich lohnen und das sind die schönen Wollsachen. Und damit man die geflickt dann auch noch gerne anzieht – seht her! So hat Flicken richtig Spaß gemacht!
Und für meine ersten Stickversuche finde ich es auch nicht schlecht gelungen, alles frei Hand.
Was besonders geholfen hat, war der Trick, ein kleines Schraubglas mit einem Haushaltsgummi als Stickrahmen zu benutzen.
Und wie praktisch, dass ich lauter Mädchensachen zu flicken habe! Wenn die Mutter Röschen mag, mögen es die Mädchen auch!